Minimales Permakultur-Modul (nicht normativ)
Dieses Modul definiert die Mindeststruktur, die nötig ist, um ökologische Pflege und Nahrungsmittelproduktion in eine sehr kleine RCOS-konforme Gemeinschaft (typischerweise 3–15 Mitglieder) zu integrieren.
Sein Zweck ist es, Landpflege zu ermöglichen, ohne verstecktes Eigentum, unsichtbare Arbeit oder informelle Macht zu erzeugen.
Dieses Modul ist bewusst minimal gehalten.
Anwendbarkeit
Dieses Modul ist geeignet, wenn:
- die Gemeinschaft weniger als ~15 Mitglieder hat,
- ökologische Systeme kleinräumig sind,
- Governance und Betriebsabläufe schlank gehalten werden,
- formale Spezialisierung begrenzt ist.
Wenn ökologische Systeme systemkritisch werden oder erheblich skalieren, SOLLTE dieses Modul durch das vollständige Permakultur-Modul ersetzt werden.
Grundprinzipien
- Ökologie ist Infrastruktur, nicht Identität.
- Pflege bedeutet nicht Kontrolle.
- Kein Land oder System wird standardmäßig „jemandem gehörend”.
- Burnout-Prävention ist wichtiger als Optimierung.
Geregelter Geltungsbereich
Die Gemeinschaft MUSS ausdrücklich festlegen:
- welches Land oder welche Systeme geregelt werden (z. B. Garten, Kompost, Wasser),
- welche informell oder persönlich sind.
Alles, was nicht ausdrücklich geregelt ist, liegt außerhalb des Geltungsbereichs.
Zuweisung der Verantwortung
Ökologische Pflege KANN zugewiesen werden über:
- eine einzelne rotierende Hüter*innen-Rolle, oder
- eine gemeinsame Pflegevereinbarung.
Mindestens MUSS die Gemeinschaft festlegen:
- wer aktuell verantwortlich ist,
- wie lange die Verantwortung dauert,
- wie die Verantwortung übergeben werden kann.
Keine ökologische Verantwortung darf unbefristet ohne Überprüfung bestehen.
Arbeit & Beitrag
Die Gemeinschaft MUSS explizit, aber einfach beantworten:
- Wird ökologische Arbeit von allen Mitgliedern erwartet, ist sie freiwillig oder rollenbasiert?
- Ist Substitution (Geld, Outsourcing) erlaubt?
Wenn Arbeit erwartet wird, MUSS Pflegearbeit:
- sichtbar,
- besprechbar,
- neu verhandelbar sein.
Unsichtbare oder moralisch erzwungene Arbeit ist ein Verstoß.
Entscheidungsbefugnis
Alltägliche ökologische Entscheidungen KANN von den aktuellen Hüter*innen getroffen werden.
Strukturelle Entscheidungen (z. B. Gärten erweitern, Bäume entfernen, Landnutzung festschreiben) MUSS:
- den Entscheidungsregeln von RCOS Schicht 2 folgen,
- überprüfbar sein,
- wo möglich reversibel sein.
Fachwissen fließt in Entscheidungen ein, setzt aber den Prozess nicht außer Kraft.
Allmende-Schutz (minimal)
Land oder Systeme, die von der Gemeinschaft genutzt werden:
- DARF NICHT durch Pflege oder Investition privatisiert werden,
- MUSS durch die Gemeinschaft rückholbar bleiben,
- MUSS einen Ausstiegspfad sowohl für Pflegende als auch für Nicht-Pflegende haben.
Wenn Eigentum besteht, MUSS Nutzungsrechte explizit geregelt sein.
Auslöser für Überprüfung
Die folgenden Bedingungen REQUIRE eine Überprüfung oder Eskalation:
- eine Person wird unentbehrlich für ökologische Systeme,
- Pflegearbeit verursacht wiederkehrendes Burnout,
- Landnutzungsentscheidungen werden emotional oder moralisch erzwingend,
- ein Ausstieg aus der Verantwortung fühlt sich unsicher an oder wird bestraft.
Artefakte (minimal)
Folgendes KANN ausreichend sein:
- eine kurze Ökologie-Umfangsnotiz,
- ein Verantwortungs-Logbuch (auch informell),
- eine einfache Arbeitsvereinbarung.
Übermäßige Dokumentation ist nicht erwünscht.
Kompatibilität
Dieses Modul DARF NICHT außer Kraft setzen:
- RCOS Schicht 0-Invarianten,
- Governance-Regeln,
- Austrittsrechte.
Ökologie darf sich entwickeln. Macht darf es nicht.