Wie Entscheidungen getroffen, geändert und durchgesetzt werden.
Entscheidungstypen
- Operativ Alltagsentscheidungen; umkehrbar; geringes Risiko.
- Strategisch Mittelfristige Ausrichtung; Ressourcenverteilung; teilweise umkehrbar.
- Konstitutionell Änderungen an Kernregeln, Zweck oder Invarianten; hohe Schwelle.
Mechanismen
Wie eine Entscheidung getroffen wird. Zweck: Entscheidungsrisiko und Entscheidungsmethode aufeinander abstimmen.
- Konsent (kein begründeter Einwand)
- Abstimmung (Mehrheit / qualifizierte Mehrheit)
- Delegation (rollenbasierte Befugnis)
- Vorschlag + Prüfung + Annahme
Befugnisgrenzen
Wer entscheiden darf. Zweck: Entscheidungslähmung und Machtdiffusion vermeiden.
- Einzelperson – Autonomie innerhalb der Rolle
- Rolle – definierte Verantwortlichkeiten
- Kreis / Domäne – abgegrenzte Befugnis
- Gesamte Gemeinschaft – konstitutionelle Angelegenheiten
Artefakte
- Entscheidungsmatrix
- Verhindert Streit darüber, wie entschieden wird
- Macht Befugnisse explizit
- Reduziert emotionale Eskalation
- Governance-Protokoll (kurzes Regelwerk)
- Entscheidungstypen & Schwellenwerte
- Rollen und Domänen
- Lebenszyklus eines Vorschlags
- Eskalations- und Einspruchswege
- Notfallbefugnisse (falls vorhanden)
Schicht-Invarianten
- Invariante 2.1: Entscheidungstyp geht vor Entscheidungsinhalt Wie eine Entscheidung getroffen wird, muss vereinbart sein, bevor festgelegt wird, was entschieden wird.
- Invariante 2.2: Befugnisse müssen explizit sein Niemand darf Entscheidungsmacht ausüben ohne eine definierte Rolle, ein Mandat oder Konsent.
- Invariante 2.3: Konstitutionelle Regeln stehen über allen anderen Operative oder strategische Entscheidungen können konstitutionelle Vereinbarungen nicht außer Kraft setzen.
- Invariante 2.4: Entscheidungen sind überprüfbar Alle Entscheidungen müssen auf ihre Befugnis, Methode und Dokumentation zurückführbar sein.
Explizierungsregeln
MUSS explizit sein
- Entscheidungstypen (operativ / strategisch / konstitutionell)
- Wer was entscheidet (Befugnisgrenzen)
- Entscheidungsmechanismen und Schwellenwerte
- Eskalationswege
Warum: Unklarheit in der Governance bedeutet informelle Hierarchie.
KANN explizit sein
- Moderationsstil bei Treffen
- Vorlagen für Vorschläge
- Notfallverfahren
MUSS optional bleiben
- Governance-Philosophie (Konsens vs. Soziokratie usw.)
- Emotionaler Ton bei Treffen