Allmende-Antiprivatisierungs-Zusatz für Landbesitz (nicht-normativ)
Dieser Zusatz definiert strukturelle Schutzmaßnahmen, um die informelle oder unumkehrbare Privatisierung von Land oder gemeinsam genutzten ökologischen Systemen zu verhindern.
Er KANN zusammen mit jedem RCOS-kompatiblen Land- oder Ökologiemodul übernommen werden.
Was das ist
Der Allmende-Antiprivatisierungs-Zusatz ist ein nicht-normatives, optionales Schutzmodul, das bekannte Hochrisiko-Fehlermuster im Zusammenhang mit Land, Allmende und Austritt einschränkt. Bei Übernahme führt er zusätzliche Anforderungen und Artefakte in den Ebenen 0, 1, 3 und 6 ein, ist aber selbst kein verpflichtendes RCOS-Artefakt.
Zweck
Um sicherzustellen, dass:
- Allmende Allmende bleibt,
- Austritt möglich bleibt,
- Fürsorge, Geld oder Zeit sich nicht stillschweigend in Kontrolle verwandeln,
- Land nicht zur Governance-Geisel wird.
Dieser Zusatz ist präventiv, nicht ideologisch.
Geltungsbereich
Dieser Zusatz gilt für:
- Land,
- Gebäude,
- langlebige ökologische Infrastruktur,
- jedes als Allmende oder verwaltete Allmende deklarierte Gut.
Antiprivatisierungsregeln
Kein Eigentum durch Fürsorge
Kein Ausmaß von:
- Arbeit,
- Fachwissen,
- Dauer der Verwaltung,
- emotionaler Bindung
KANN Eigentum, Vetorechte oder dauerhafte Kontrolle begründen, es sei denn, dies wird ausdrücklich durch die Governance genehmigt.
Keine unumkehrbaren Übertragungen
Vor jeder Übertragung, jedem Verkauf, jeder Verpachtung oder Aufteilung:
- MUSS Austrittsszenarien definiert werden,
- MUSS Wiederverkaufsbedingungen explizit sein,
- MUSS Rückfall- oder Rückkaufmechanismen existieren.
Wenn keine Austrittsregeln definiert werden können, DARF NICHT die Übertragung erfolgen.
Trennung von Nutzung und Kontrolle
Wo möglich SOLLTE:
- Nutzungsrechte,
- Verwaltungsrechte,
- Eigentumsrechte
getrennt und explizit dokumentiert werden.
Die Vereinigung aller drei in derselben Rolle ist eine Hochrisiko-Konfiguration und MUSS überprüft werden.
Investitionsschutzmaßnahmen
Private Investitionen in Allmende MUSS definieren:
- was gewonnen wird (falls überhaupt),
- was NICHT gewonnen wird (Kontrolle, Veto, Dauerhaftigkeit),
- wie die Investition zurückgewonnen oder abgeschrieben wird.
Nicht rückgewinnbare Investitionen MUSS freiwillig und explizit sein.
Austrittsschutz
Mitglieder MUSS in der Lage sein:
- zu gehen, ohne unzusammenhängende Rechte zu verlieren,
- sich von der Landpflege zurückzuziehen, ohne bestraft zu werden,
- definierten Wert zurückzuerhalten, falls zutreffend.
Landregelungen, die einen Austritt wirtschaftlich oder sozial unmöglich machen, sind nicht konform.
Verhinderung von Governance-Lock-in
Landentscheidungen DARF NICHT:
- zukünftige Governance dauerhaft einschränken,
- Invarianten der Schicht 0 außer Kraft setzen,
- die Gemeinschaft rechtlich oder strukturell nicht weiterentwickelbar machen.
Wenn Landbesitz mit der Governance in Konflikt steht, hat die Governance Vorrang.
Verpflichtende Überprüfungsauslöser
Folgendes REQUIRE eine sofortige Überprüfung:
- Landverkäufe an Mitglieder,
- Erbschaftsplanung,
- langfristige Exklusivpachtverträge,
- Einführung externer Investoren,
- rechtliche Umstrukturierungen, die die Landkontrolle betreffen.
Kompatibilität
Dieser Zusatz verstärkt:
- Schicht 0 (Geltungsbereich & Invarianten),
- Schicht 1 (Austritt),
- Schicht 3 (Allmende-Schutz),
- Schicht 6 (Umkehrbarkeit).
Er schreibt keine Rechtsformen vor, nur strukturelle Einschränkungen.
Nicht-normativer Hinweis
Die meisten Gemeinschaftszusammenbrüche sind nicht sozialer Natur. Sie sind rechtlicher und struktureller Natur.
Dieser Zusatz existiert, um zu verhindern: „Wir haben es erst gemerkt, als es zu spät war.”